2026-05-10
Getreidefreies Hundefutter: Was bedeutet das wirklich?
„Getreidefrei" gehört zu den meistgesuchten Filterkriterien bei Hundefutter – und ist gleichzeitig einer der häufig missverstandenen Begriffe. Der Artikel erklärt, was der Begriff rechtlich und praktisch bedeutet, welche Alternativen typischerweise eingesetzt werden und worauf man beim Lesen der Zutatenliste achten sollte.
Was bedeutet „getreidefrei"?
Getreidefrei bedeutet, dass ein Futter keine klassischen Getreidesorten enthält. Dazu zählen üblicherweise: Weizen, Mais, Reis, Gerste, Roggen, Hafer und Dinkel. Weitere Getreidesorten wie Hirse oder Triticale können je nach Hersteller ebenfalls ausgeschlossen sein – ein Blick in die Zutatenliste zeigt, was tatsächlich enthalten ist.
Der Begriff ist kein geschütztes Label und wird nicht einheitlich reguliert. Es gibt keine EU-weite Definition, die exakt festlegt, welche Zutaten ausgeschlossen sein müssen. Das bedeutet: „getreidefrei" laut Produktname sagt nicht immer dasselbe wie die tatsächliche Zutatenliste.
Getreidefrei ist nicht kohlenhydratfrei
Ein verbreiteter Irrtum: Getreidefreies Futter enthält keine Kohlenhydrate. Das stimmt nicht. Hersteller ersetzen Getreide häufig durch andere kohlenhydrathaltige Zutaten. Typische Alternativen sind:
- Kartoffeln und Süßkartoffeln – häufig als Bindemittel und Energiequelle
- Erbsen und Linsen – liefern Stärke und pflanzliches Protein
- Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte – ebenfalls gängige Getreidealternativen
- Pastinaken, Kürbis, Tapioka – seltener, aber als Zutat vorhanden
Wer kohlenhydratarmes Futter sucht, muss die Zutatenliste lesen – „getreidefrei" allein ist kein verlässlicher Indikator dafür.
Getreidefrei und glutenfrei: zwei verschiedene Dinge
Die Begriffe werden häufig verwechselt, bezeichnen aber unterschiedliche Ausschlüsse:
- Getreidefrei: Keine klassischen Getreidesorten im Futter
- Glutenfrei: Kein Gluten – ein Protein, das in Weizen, Gerste, Roggen und Dinkel vorkommt
Mais und Reis sind von Natur aus glutenfrei, zählen aber trotzdem als Getreide. Ein Futter kann also glutenfrei sein und trotzdem Mais oder Reis enthalten – und umgekehrt kann ein getreidefreies Futter glutenhaltige Zutaten enthalten, wenn der Hersteller die Definition eng auf Getreidepflanzen beschränkt.
Warum ist die Zutatenliste wichtiger als der Produktname?
Viele Produkte werben mit „getreidefrei" im Namen oder auf der Verpackung, ohne dass die Zutatenliste das eindeutig bestätigt. Ein Futter kann „getreidefrei" heißen, aber trotzdem Zutaten enthalten, die sich erst beim genauen Lesen erschließen – z. B. Getreidestärke als verarbeitetes Nebenprodukt.
Verlässlicher ist das Lesen der vollständigen Zutatenliste in absteigender Reihenfolge nach Gewicht. Was dort nicht steht, ist auch nicht enthalten.
Wann ist der Filter „getreidefrei" relevant?
Das Ausschlusskriterium ist besonders praktisch, wenn:
- bestimmte Getreidesorten gezielt vermieden werden sollen
- Halter Futter ohne Weizen oder Mais suchen, unabhängig vom Gesundheitshintergrund
- die Zutatenliste möglichst einfach gehalten werden soll
Choosta filtert auf Basis der tatsächlich deklarierten Zutaten – nicht auf Basis von Produktnamen oder Werbeversprechen.
Fazit
„Getreidefrei" ist ein Ausschlusskriterium für klassische Getreidesorten – mehr nicht. Es sagt nichts über den Kohlenhydratgehalt, die Qualität oder die Verträglichkeit eines Futters aus. Die Zutatenliste bleibt die verlässlichste Informationsquelle, weil dort steht, was tatsächlich im Futter ist – unabhängig davon, was auf der Vorderseite der Verpackung steht.
Dieser Beitrag erklärt Kennzeichnungsbegriffe auf Hundefutter-Etiketten. Er ersetzt keine tierärztliche oder ernährungsberatende Einschätzung.
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